Zwei Büros bei Demo zum Ausländerrecht beschädigt - Polizei hielt Verdächtige am Anuntiatenbach fest
Von Matthias Hinrichs
Aachen. Etwa 25 Demonstranten haben gestern zwischen 14 Uhr und 14.30 Uhr vor der Geschäftsstelle der CDU in der Martinstraße
erhebliche Schäden angerichtet. Danach besetzte die Gruppe, die sich als "Antifaschistisches Bündnis Aachen" bezeichnet und der nach eigener Aussage unter anderem Vertreter der TH-Fachschaft Philosophie, der VVN und des Flüchtlingsplenums angehören, das Fraktionsbüro der CDU am Katschhof.
Anlaß war die Ankündigung von CDU und CSU, mit Unterschriftenaktionen gegen die geplante Reform zur doppelten Staatsbürgerschaft Front zu machen. Überdies wolle man sich mit den kurdischen Flüchtlingen solidarisieren, die derzeit die Geschäftstelle der Grünen in Düsseldorf besetzt hielten.
Ein Mitarbeiter der CDU-Zentrale in der Martinstraße berichtete, die Demonstranten hätten das das
Türschloß mit Klebstoff zerstört, ein
Adreßschild zerkratzt und die
Hauswand beschmiert. Zudem sei ein Kollege am Verlassen des Büros gehindert und als "Faschist" beschimpft worden. Bevor die Polizei eintraf, zog die Gruppe zum Fraktionssitz am Katschhof. Dort traf sie zunächst lediglich die Sekretärinnen an. Darauf besetzten etwa 15 Demonstranten die Räume eine knappe Stunde lang. "Die waren gar nicht zum Gespräch bereit", erklärte Fraktionsgeschäftsführer Franz Plum. Statt dessen seien Telefone und Türschlösser mit Sekundenkleber beschäfigt worden. Noch bevor Plum am Katschhof eingetroffen war, hatte das OB-Büro die Polizei eingeschaltet. Er bezeichnete es als "nachdenkenswert" daß die "Chaoten" im benachbarten Büro der Grünen die Gelegenheit erhalten hatten die Presse zu informieren.
Bevor die Polizei eintraf, setzte sich die Gruppe erneut ab. Am Anuntiatenbach - wenige Meter entfernt vom Büro der Fachschaft Philosphie in der Kármánstraße - wurden kurz darauf etwa 15 junge Leute von zehn Beamten der Einsatzhundertschaft sowie mehrere Streifenwagen-Besatzungen
gestellt. Eine knappe Stunde hielten sie die Gruppe zwecks Identifizierung fest."Manche wurden sogar daran gehindert, einem dringenden Bedürfnis nachzukommen", erklärte ein Beteiligter, der anonym blieben wolle, der AZ kurz nach der Aktion im Fachschaftsbüro. Außerdem hätten Beamte sie massiv beschimpft.
Der CDU-Vorsitzende Ulrich Daldrup reagierte empört auf die Übergriffe. Eine Unterschriftensammlung hätte "ohnehin rechtlich keine Relevanz". Inzwischen lägen aber mehrere Umfragen, etwa die eines Düsseldorfer Radiosenders, vor. "Die zeigen, daß 70 bis 80 Prozent der Bürger gegen die Pläne von Rot-Grün sind.