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Mittwoch 20. Oktober 2004
pressemitteilung stadt jülich: Stellungnahme des Bürgermeisters zur Schändung des jüdischen Friedhofs
Jülich. Die Schändung von Grabsteinen auf dem Jüdischen Friedhof macht viele Menschen in Jülich und auch mich sehr betroffen. Mit Abscheu und Empörung müssen wir diese Untat in unserer Stadt zur Kenntnis nehmen.

Wir sind in Jülich seit Jahrzehnten dabei, die nationalsozialistischen Verbrechen der Vergangenheit aufzuarbeiten. Äußere Zeichen dafür sind zum Beispiel das Mahnmal auf dem Propst-Bechte-Platz, die alljährlich stattfindenden Gedenkfeiern anlässlich der Reichspogromnacht des 9. Novembers oder die gegen Fremdenfeindlichkeit und Gewalt entwickelte Aktion "miteinander - füreinander" der Stadt Jülich.

Es bleibt unsere Verantwortung, das friedliche Miteinander von Menschen unterschiedlichen Glaubens und verschiedener Herkunft zu fördern und zu entwickeln. Ich bitte alle, daran mitzuwirken, dass derartige Schandtaten in unserer Stadt die absolute Ausnahme bleiben. Wir alle müssen wachsam sein und solchen Entwicklungen mit Entschiedenheit entgegentreten. Jülich ist eine weltoffene, tolerante und friedfertige Stadt.

Ich möchte ausdrücklich tiefe Scham und Betroffenheit über das Geschehene gegenüber allen Menschen jüdischen Glaubens zum Ausdruck bringen.

Heinrich Stommel
Bürgermeister

Quelle: Stadt Jülich

Vorfälle: 2004
15. Oktober 2004: Jülich: Jüdischer Friedhof mit NS-Schmierereien geschändet

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