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Juni 2002
pressemitteilung: Antisemitischer Anschlag in Jülich (Kreis Düren, NRW)
Offenbar in der Nacht von Dienstag (18.6.2002) auf Mittwoch (19.6.2002) haben unbekannte Täter in unmittelbarer Nähe zum jüdischen Friedhof und dem Holocaust-Mahnmal in Jülich mehrere Hakenkreuze und SS-Runen gesprüht. Die Symbole sind auf ein paar dutzend Meter auf der Aachener- / Linnicherstraße verteilt. Der jüngste Vorfall reiht sich ein in eine ganze Reihe von Nazischmierereien in den letzten Monaten im Kreis Düren. Der räumliche Bezug zu Friedhof und Mahnmal, das an die deportierten und ermordeten jüdischen Einwohner Jülichs erinnert, stellt eine neue Qualität dar. Die Untaten der faschistischen Diktatur werden durch solche Aktionen verherrlicht und die Opfer im Nachhinein verhöhnt. Der Vorfall zeigt, das auch im Kreis Düren die Hetze der Neofaschisten auf fruchtbaren Boden fällt und das antisemitische Vorurteile vorhanden sind. Verwunderlich wäre es nicht , wenn der oder die Täter aus dem Umfeld der neonazistischen "Kameradschaft Aachener Land" stammen würden. Diese ist auch im Kreis Düren seit längerem aktiv. Führende Köpfe der Nazigruppe wohnen in Düren und Langerwehe. (...) Wir als Antifaschisten sind empört und verurteilen den jüngsten Anschlag auf das Schärfste. Wir fordern die zuständigen Stellen auf, alles zu tun, den oder die Täter zu ermitteln und zur Verantwortung zu ziehen. Gleichzeitig fordern wir die Durchsetzung des im Grundgesetz verankerten Verbots faschistischer Parteien und Propaganda. Denn: Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen. Der Vorfall in Jülich zeigt wieder: Engagement gegen Rechts ist dringend notwendig. Wir rufen alle Menschen dazu auf, selbst in dieser Richtung aktiv zu werden. Unterstützt bestehende antifaschistische Gruppen in ihrer Arbeit oder gründet selbst neue Gruppen.
Quelle: Antifa Düren