Geschützt von einem massiven Polizeiaufgebot konnten am 6. November 2004 Neonazis in Erkelenz einen „Heldengedenkmarsch“ zwecks Verherrlichung von Wehrmacht und Waffen-SS abhalten. Mit etwa 100 Teilnehmern war dieser Aufmarsch, der von dem Erkelenzer Andreas Mertens für eine „Offensive Grenzland“ organisiert wurde, die größte öffentliche Aktion der Neonazis seit Jahren in der Region Aachen. Den Großteil der Teilnehmer wurde von den neonazistischen „Kameradschaften“ aus der Grenzregion sowie den regionalen NPD-Kreisverbänden gestellt. Anwesend waren neben altgedienten Neonazis wie dem Düsseldorfer Sven Skoda auch „Kameradschaften“ aus dem Ruhrgebiet, wie etwa die Essener „Kameradschaft Josef Terboven“ um Phillip Hasselbach, die abwechselnd mit der „
Kameradschaft Aachener Land“ das Fronttransparent stellten.Während 500 Erkelenzer auf einer Kundgebung unter dem Motto „Schöner leben ohne Neonazis“ ihren Unmut über den braunen Umzug in ihrer Stadt zum Ausdruck brachten, stellten sich bis zu 200 andere Antifaschisten den Neonazis direkt in den Weg. Die Folge: Aufgrund von Blockaden auf der Route musste die Polizei den Demonstrationszug mehrfach stoppen.
Schließlich wurde die Route stark verkürzt und die Abschlusskundgebung der Neonazis musste faktisch unter Ausschluss der Öffentlichkeit am Bahnhof, und nicht wie ursprünglich geplant in der Innenstadt, stattfinden. Zu den Teilnehmern des Aufmarschs zählten auch NPD-Mandatsträger aus der Region. Neben
Willibert Kunkel (Stadtrat in
Stolberg) nahmen auch Helmut Gudat (Kreistag
Heinsberg), Wolfgang Geilenkirchen und Pascal Geyer (beide Stadtrat
Mönchengladbach) teil. Aus der Demonstration heraus wurde ein Mitarbeiter der Aachener Nachrichten offenbar gezielt mit einem Faustschlag in das Gesicht angegriffen. Er blieb glücklicherweise unverletzt.Der letzte Versuch von Neonazis, in Erkelenz eine Demonstration durchzuführen, liegt übrigens schon mehr als zehn Jahre zurück. Eine von NPD-Funktionär Sascha Wagner (damals
Herzogenrath) in den frühen neunziger Jahren angemeldete Demonstration wurde damals von den Behörden verboten. Die Begründung: Es sei zu starker Widerstand gegen die Rechten zu erwarten.