Am 22. Dezember wurde vor dem Amtsgericht Aachen ein Antifaschist freigesprochen, der während einer Demonstration zum 50. Jahrestag der Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus unterbunden hatte, daß die gesamte Demo von Neonazis abfotografiert wurde. Der Aachener Staatsschutz (politische Polizei) und Staatsanwalt Geimer bedienten sich daraufhin der Zeugenaussage
Markus Kalenborns, um den Antifaschisten wegen Nötigung aburteilen lassen zu können.
Während der Verhandlung wurde offensichtlich, daß
Kalenborn für militante Neonazis fotografiert hatte und in die Struktur der "Anti-Antifa" eingebunden ist. Hinter der absurden Bezeichnung verbirgt sich die systematische Sammlung personenbezogener Daten von AntifaschistInnen durch Neonazis zwecks Erstellung Schwarzer Listen (wie z.B. die Broschüre "Einblick") und Vorbereitung von Anschlägen. Der Bundesgeschäftsführer der "Jungen Nationaldemokraten" Sascha Wagner unterhält in der
Stolberger Zentrale der
>>Wiking Jugend eine bundesweite Sammelstelle der "Anti-Anitfa". (vgl. "Ein Loch in der Zensur", Jan. '96)
Kalenborn, der sich im Prozeß mit der Geschichte lächerlich machte, über einen "Junge Freiheit"-Leserstammtisch nur eben mal rein zufällig in Kontakt mit Neonazis gekommen zu sein, tauchte am 10. Januar mit einer Odalsrune (Symbol der
>>Wiking Jugend) geschmückt, an der Fachschaft Philosophie auf und versuchte, durch die Fenster zu fotografieren. Als die Anwesenden ihn zur Rede stellten und die Herausgabe bzw. Belichtung des Filmes verlangten, griff eine scheinbar zufällig anwesende Bürgerin ein, nahm Kalenborn in Schutz und führte ihn fort.
Vermutlich arbeitete sie sowie ein weiterer "Bürger" mit dem Fotografen zusammen. Mit dem Studenten
Kalenborn versucht die "Anti-Antifa" offensichtlich auch an der
RWTH gegen linke Menschen und Projekte aktiv zu werden. Es kommt also darauf an, ihm und seinesgleichen unmißverständlich klarzumachen, daß ihre Aktivitäten nicht toleriert und notfalls verhindert werden.
Übrigens: Bei der Staatsmacht kann
Kalenborn hingegen weiterhin mit Rückendeckung rechnen: Staatsanwalt Geimer legte Revision gegen den Freispruch ein und outet sich damit ein weiteres Mal als Freund und Helfer der Rechten.