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Januar 2005
Nazi-Schläger muss nicht in den Knast
Der Kerpener Neonazi Michael Werner Q. muss nun doch nicht in das Gefängnis. Das Landgericht Köln hat im Dezember in zweiter Instanz eine gegen ihn verhängte Haftstrafe in eine Bewährungsstrafe umgewandelt.
Der Angeklagte erklärte, er bereue die Tat und habe sich inzwischen völlig von der rechten Szene gelöst. Außerdem arbeite er regelmäßig. Im April 2004 verurteilte das Jugendschöffengericht des Amtsgerichts Kerpen (Rhein-Erft-Kreis) den damals 19jährigen zu einer Jugendstrafe von zweieinhalb Jahren ohne Bewährung. Im Juli 2003 hatte Quandt in Jülich (Kreis Düren) einen Jugendlichen aus der alternativen Szene brutal überfallen: Unter einem Vorwand lockt der Neonazi einen zum Tatzeitpunkt 18jährigen Auszubildenden von seinen Freunden weg. Er schleppt das Opfer auf die nahe gelegenen Gleise der Rurtalbahn.
Es folgt eine minutenlange Tortur: Quandt beschimpft sein Opfer und zwingt es, den „Hitlergruss“ zu zeigen. Schließlich muss sich der 18jährige auf die Gleise legen. Mit den Worten „Was glaubst Du, was das für ein Gefühl ist, wenn ein Zug über Deinen Kopf fährt“ setzt der Neonazi seinen Stiefel auf den Kopf seines Opfers und beginnt damit, langsam den Druck zu erhöhen. In Todesangst schreit das Opfer um Hilfe, was den Angreifer dazu bewegt, seine „Behandlung“ abzubrechen. „Wenn Du pfeifst, bist Du tot“ gibt Quandt mit Blick auf die nun eintreffende Polizei noch auf den Weg.

Einschlägig vorbestraft

Trotz seines jugendlichen Alters war Quandt bereits einschlägig in Erscheinung getreten. Neben Verurteilungen wegen gefährlicher Körperverletzung, Verwendens verfassungsfeindlicher Symbolen, Sachbeschädigung und weiterer Delikte wurde er im November 2001 vor dem Amtsgericht Bergheim (Rhein-Erft-Kreis) wegen versuchter Brandstiftung für schuldig befunden. Am 14. April 2001 hatten sechs rechte Jugendliche im Alter von 15 und 16 Jahren vier Molotow-Cocktails auf eine sich im Bau befindliche Moschee in Elsdorf-Esch geschleudert, ohne jedoch größeren Schaden anzurichten.

Quelle: No Pasarán 1/2005

Vorfälle: 2003
Juli 2003: Jülich: Brutaler Naziüberfall
2004
Dezember 2004: Nazischläger zu Bewährungsstrafe verurteilt

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Jülich

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