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Freitag 5. Februar 1999
Leserbrief vom 5.2.99 zum Rassismus der CDU Aachen
Natürlich ist es eine bodenlose Frechheit, einen Menschen ohne jeden Beleg einer Straftat zu bezichtigen. Von einem CDU-Leitartikel, der nichts anderes offenbart als den tief verwurzelten Rassismus, derer, die ihn geschrieben haben, erwarten wir aber nichts anderes.
Wichtiger erscheint uns, daß an dieser Stelle vom Kern des Problems abgelenkt wird. Selbst wenn der von der CDU an den Pranger gestellte Mensch tatsächlich ein Türschloß verklebt oder etwas ähnlich weltbewegend Schreckliches verbrochen hätte - der CDU-Beitrag wäre kein bißchen minder rassistisch, demagogisch und Täter-Opfer-verdrehend.
Daß die CDU nach wie vor versucht, ihre mörderischen Brandsätze durch angebliche und dazu noch völlig banale Sachbeschädigungen zu relativieren, ist der eigentliche Knackpunkt. Und daß sie dabei trotz aller Kritik von weiten Teilen der politischen Gegner, der Medien und der „schrecklich betroffenen“ Gewerkschafts- und KirchenfunktionärInnen noch zumindest latente Zustimmung erhält, ist erschreckend.
Die Fachschaft Philosophie weist diesen ärmlichen Versuch, den dringender denn je nötigen antifaschistischen Widerstand in „Gut“ und „Böse“ zu spalten, entschieden zurück.
Die CDU „sei dabei, aus dem demokratischen Konsens auszuscheren“, heißt es.
So ein Blödsinn. Sie hat ihn längst verlassen.
Und nun verlangt sie allen Ernstes, eine Distanzierung der protestierenden Gruppen von angeblicher Gewalt. Von uns wird sie die nicht bekommen, warum auch? Wenn tausend Türschlösser sterben müssen, um nur ein Menschenleben zu retten, hat sich’s gelohnt.

Quelle: Fachschaft Philosophie

Vorfälle: 1999
Februar 1999: Aachener CDU sammelt Unterschriften gegen AusländerInnen

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