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Sonntag 17. Februar 2002
Deutliche Botschaft: Neonazis unerwünscht
Kundgebung und Gegendemonstration in Stolberg
Stolberg (eis/rr). "Es ist eine Schande, dass so etwas überhaupt möglich ist", schimpfte nicht nur eine 43-jährige Stolbergerin. Zahlreiche Bürger empörten sich am Samstag über die Demonstration der DVU und machten ihrer Verärgerung auch Luft.
Nicht nur sie. Der Aufmarsch der Neonazis rief auch Gegendemonstranten auf den Plan. Vorrangig Mitglieder der PDS, der Grünen sowie der Antifa, folgten dem kurzfristigen Aufruf, "den Neonazis zu zeigen, dass sie weder in Stolberg noch sonst wo im Kreisgebiet erwünscht sind."
Die Kundgebung der DVU richtete sich gegen das "Schächten", das unter bestimmten Auflagen vom Bundesverfassungsgericht genehmigt worden war. Polizei-Pressesprecherin Iris Fourné betonte, dass verfassungsrechtlich ein Verbot der DVU-Demonstration nicht möglich gewesen sei. Allerdings seien strenge Auflagen (keine Uniformen, Flaggen, Springerstiefel, Trommeln) erlassen worden.

Mittel zum Zweck
Kritiker hatten schon im Vorfeld betont, dass das Thema den Neonazis nur als Mittel zum Zweck für Ausländer feindliche Parolen sei.
Den Beweis lieferten Redner der Kundgebung auf dem Kaiserplatz. Deshalb hatten sich Tierschützer deutlich von dieser Veranstaltung distanziert. Etliche machten das in Reihen der Gegendemonstranten deutlich.
Die Polizei war rechtzeitig vor Ort und verhinderte handgreifliche Auseinandersetzungen der Gruppierungen. Die Gegendemonstranten wurden in Richtung Steinweg abgedrängt. Als die nicht einmal 40 Neonazis (statt angekündigter 150) nach ihrer Kundgebung in Richtung Mühle marschierten, stoppte sie eine Sitzblockade in Höhe Steinfeldstraße.
Die Polizei nahm 21 Personen zur Feststellung der Personalien vorläufig fest; fünf mussten mit zur Hauptwache, da sich ihre Identität vor Ort nicht klären ließ. Ein zweiter Stopp durch die DVU-Gegner löste sich unproblematisch auf.
Verhaftet wurde dagegen ein 21-jähriger Rechtsradikaler aus Düren[*], der volksverhetzende Parolen gerufen hatte. Der DVU-Marsch endete am Jordansplatz. Rund drei Stunden gab es durch die Veranstaltung Verkehrsbehinderungen in der Innenstadt.

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[*] Es handelte sich um René Laube aus Langerwehe

Quelle: Aachener Nachrichten (?)

Vorfälle: 2002
15. Februar 2002: Stolberg: "Die Rechten gegen das Schächten"

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